Die Quadratregel zeigt eigentlich nur auf einen Blick, ob ein König einen Bauer vor der Umwandlung einholen kann, damit man sich das zählen erspart.
Die Quadratregel stammt vom österreichischen Schachmeister Johann Berger (1845–1933).
Das Bild sagt eigentlich eh schon alles. Den Doppelschritt von der 2. Reihe aus sollte man noch bedenken und Hindernisse dürfen natürlich weder für den König noch für den Bauer vorliegen.
Hierzu gibt es also nicht mehr viel zu sagen, aber ich nutze diese Gelegenheit, um auf einen hervorragenden Endspiel-Experten, Karsten Müller hinzuweisen.
Das Bauernendspiel ist zweifellos ein wichtiges Kapitel für das Schachspiel. Daher werde ich mich ausführlich damit beschäftigen und hier die Einstiegsseite festlegen.
Zuerst ein Spruch, den ich auf Wikipedia fand und der mir recht gut als Motto gefällt:
Der Endspielexperte Juri Awerbach sagte, der König solle sich vor dem Bauern aufhalten und ihn zum Umwandlungsfeld geleiten, so wie ein Vater sein Kind über eine Straße führt und es nicht vor sich herschiebt.
Zwei Springer gegen den alleinigen König können das Matt nicht erzwingen, sondern nur gewinnen, wenn Schwarz nicht perfekt spielt. Falls die schwächere Seite aber noch einen Bauern besitzt und dieser noch nicht über die Troizki-Linie vorgerückt ist, kann ein Matt erzwungen werden. Benannt ist die Linie nach Alexei Alexejewitsch Troizki, dem Begründer der modernen Schachstudien.
Für mich war das matt setzen mit Springer und Läufer schon schwierig genug, mit dem Matt mit 2 Springer gegen Bauer werde ich mich daher nicht näher beschäftigen. Es reicht mir das Prinzip verstanden zu haben:
Das von Alexei Troizki umfassend dargelegte Gewinnverfahren sieht vor, dass ein Springer den Bauern durch Blockade am Vordringen hindert. Der andere Springer treibt zusammen mit dem König den gegnerischen König in eine Ecke. Danach wird der Blockadespringer zum Mattsetzen herangeführt. Dabei kann man dem König alle Zugmöglichkeiten nehmen, weil Schwarz mit dem Bauern wieder ziehen kann.
Interessant finde ich noch, dass der Bauer eigentlich unverletzlich ist, weil durch das Schlagen dieses Bauern die Partie elementar remis ist. Dieses in der Praxis seltene Endspiel ist sehr schwierig und die Gewinnführung wird durch die 50-Züge-Regel erschwert.
Wie gesagt, zu schwierig für mich, um mich weiter damit zu beschäftigen, aber ich lasse mir von der Syzygy Enspieldatenbank noch zeigen, wie es funktioniert:
Das Knight and Bishop Mate auf lichess hätte mir bestimmt auch Kopfweh beschert, wenn es da nicht die 2 Videos von Big Greek gäbe. Damit wird die Angelegenheit zum Vergnügen 😉 Ja, ich stehe auf diese Videos und schätze sie sehr. Auch für dieses Problem erklärt Herr Souleidis freundlicher weise sehr genau und ausführlich wie man es lösen kann. Und am wichtigsten für mich ist, dass seine Ausführungen leicht verständlich sind.
Also, der König muss einmal in die richtige Ecke getrieben werden und zwar in die mit der Farbe des Feldes auf der man den Läufer hat. Und, das ist mir schon beim Matt mit 2 Läufern aufgefallen, der eigene König muss auf b6 oder c7 (sogenannte Springerfelder von der Ecke aus gesehen) stehen.
Dann geht es um das W-Muster des Springers, das man kennen sollte um den König in die richtige Ecke zu bekommen.
Von den einfachen Schachmatts ist dies am schwierigsten zu erzwingen, da der Springer und der Läufer aus der Entfernung keine lineare Barriere zum gegnerischen König bilden können. Das Schachmatt kann nur in einer Ecke erzwungen werden, die der Läufer kontrolliert. Der Prozess erfordert oft ein genaues Spiel, da ein paar Fehler zu einem Unentschieden, entweder nach der Fünfzig-Zug-Regel, oder zu einer Pattsituation, führen können.
Manchmal geht es ganz ohne „W-Muster des Springers“ 😉
So jetzt gibt es noch eine Übung auf lichess, beginnend mit einer anderen Ausgangsstellung.
Die Übungen „Challenging Checkmates“ auf lichess heißen nicht umsonst so, sie sind tatsächlich herausfordernd – zumindest für mich.
Schon Dame gegen Turm hat mich gefordert und mit 2 Läufern ist es auch nicht gerade einfach den König matt zu setzten, obwohl das matt unter „elementare Mattführung“ eingeordnet ist.
Hier finde ich die Info auf Wikipedia aber recht hilfreich, siehe Mattsetzen mit zwei Läufern Es gibt da 2 Methoden, die Glocke und die diagonale Sperrung.
Die diagonale Sperrung ist mir auch gleich eingefallen, die liegt irgendwie auf der Hand, aber nachdem ich den König in der Ecke hatte, konnte ich ihn erst nach einigen Patts matt setzen.
Also zuerst wird ein Sperrriegel errichtet und dann treibt man den König mit Hilfe des eigenen Königs in die Ecke. Die Glocke
Hier zeigen die 4 Diagramme gut, wie es geht:
Den König konnte ich nach ein paar Missgeschicken schnell und sicher in die Ecke treiben, aber dann sollte es kein Patt werden. Dazu musste ich lernen, dass man den eigenen König auf b6 braucht, um den König in der a8-Ecke oder auf b8 matt setzen zu können.
Das ergibt dann folgende Mattbilder:
Jetzt sollte es kein Problem mehr sein, den König mit nur 2 Läufern matt zu setzen, was in der Praxis kaum vorkommen wird, wie auch das nächste Matt mit 2 Springern und einem Bauer.
Überraschung, jetzt habe ich es auch mit dem König auf c7 geschafft. 😯